Dienstag, 2. Januar 2007

Die Optimisten

Die Neujahrsfrage von Edge lautet diesmal ganz allgemein, warum man optimistisch sein sollte. Die Antworten vieler Umfrageteilnehmer sind vorhersehbar (siehe etwa Richard Dawkins), einige Überraschungen gibt es aber dennoch. Daniel Dennett vergleicht Religionen mit dem Rauchen, Kai Krause (es gibt ihn noch!) staunt darüber, daß wir so wenig über Technik staunen, und Martin Rees hält sich für einen Optimisten - weil die Wahrscheinlichkeit einer globalen Katastrophe nur 50 % betrage.

Wie wäre es eigentlich mit einer Deutschen Optimistischen Partei?

Montag, 1. Januar 2007

+1

Den Übergang vom alten ins neue Jahr feiern wir in diesem Jahr auf einer bemerkenswerten Party in der Nähe des Karlsruher Zoos. Die Verantwortung für die operative Planung der Veranstaltung liegt zwar bei Geli und Keith, aber offizielle Haus- und damit Schirmherrin ist Mia. Höchst erstaunlich ist daran dreierlei: Erstens ist Mia 5 Monate alt, zweitens wirkt sie wesentlich älter, und drittens ist sie eine Schäferhundmischung. Herrchen und Frauchen befinden sich derzeit in Australien - diese einzigartige Chance muß die wilde Mia natürlich nutzen.

Im Laufe des Abends erläutert mir eine zufällig anwesende schwedische Gehirnchirurgin die ethnologischen Hintergründe des sehr lustigen Films Populärmusik aus Vittula. Außerdem klärt sie mich darüber auf, daß "Hej då!" "Tschüß!" heißt - und nicht "Hallo!", wie ich immer annahm. Kein Wunder, daß meine bisherigen Telefonate mit Schweden stets so kurz ausfielen ...

Um 2 Uhr kramt Keith seine Gitarre hervor und spielt einige seiner Songs. Das fängt Jahr gut an!



PS: Mia distanziert sich nachdrücklich von allen Wortverdrehungen, die sich auf ihren Namen beziehen, insbesondere "Miau".

Sonntag, 31. Dezember 2006

Atmosphärisches zum Jahresausklang

Das alte Jahr endet so einfallslos wie jedes andere, nämlich mit dem 31. Dezember. Allerdings gibt es zum Jahresabschluß noch einmal einen richtig schönen Sommertag. Danke, Treibhauseffekt! Aber Moment mal - gibt es diesen Effekt überhaupt? Zunächst ein paar Beobachtungen:

  • Auch lange vor der Industrialisierung gab es schon enorme Klimaschwankungen.
  • Das wichtigste Treibhausgas ist Wasserstoff. CO2 ist nur für etwa ein Achtel der Dämmwirkung der Atmosphäre verantwortlich.
  • Nur 1-2 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen stammen vom Menschen. Der Rest geht auf das Konto natürlicher Quellen.
  • Der größte Temperaturanstieg fiel in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts. Warum eigentlich, wenn doch seitdem viel mehr CO2 in die Atmosphäre gepustet worden ist?
  • Offenbar hängt die globale Durchschnittstemperatur dafür aber sehr stark mit der Sonnenaktivität zusammen.
  • Es gibt Hinweise dafür, daß höhere Durchschnittstemperaturen (zum Beispiel bedingt durch Sonnenaktivität) auch die CO2-Konzentration in der Atmosphäre erhöhen. Man hätte dann Ursache und Wirkung verwechselt. Was war also zuerst da, der CO2- oder der Temperaturanstieg?
Insgesamt finde ich, daß der angebliche Treibhauseffekt nach wie vor eine sehr schwammige Angelegenheit ist. Natürlich bin ich kein Meteorologe, aber die Studien, die man als Laie in den Medien finden kann, haben meiner Meinung nach das wissenschaftliche Niveau anderer Bananendisziplinen. Ein wirklich stichhaltiges Argument für den menschengemachten Treibhauseffekt ist mir bislang noch überhaupt nicht unter die Finger gekommen.

Aber selbst wenn dieses Argument eines Tages geliefert würde, wäre ich mit Bjørn Lomborg der Meinung, daß es weitaus wichtigere globale Probleme als das Weltklima gibt. AIDS, Wasserqualität und medizinische Grundversorgung sind einige davon.

Übrigens: In den 70ern war die Meteorologenzunft ganz überwiegend der Ansicht, daß es spätestens in den 90er Jahren eine Klimaabkühlung und infolgedessen weltweit drastische Ernteeinbrüche geben würde. Meteorologie - Wissenschaft oder Esoterik?

Samstag, 30. Dezember 2006

Konsequent ergebnisorientiert

Link-Altmeister Martin gräbt eine neue Webseite aus, die den Arbeitsalltag von Millionen Marktforschern und Unternehmensberatern auf der ganzen Welt erheblich erleichtern wird. Allerdings sind bereits die ersten Anzeichen dafür aufgetaucht, daß man der ganzen Sache nicht hundertprozentig trauen sollte.

Freitag, 29. Dezember 2006

Auto-Didakten

Seit heute kenne ich einen Promi. Ein großes Nachrichtenmagazin aus Hamburg berichtet über Autonarren und bringt auch Fotos von Toms stolzem Gaul.

Früher haben sich Jungs wochenlang mit Holzspielzeug oder etwas Knetmasse beschäftigt, heute kann man sie mit ein wenig Altmetall glücklich machen. Es geht eben doch nicht alles den Bach runter.

Letzte Weinprobe 2006

Für welche Rebsorte entscheiden sich Römer, wenn sie im Ristorante einen Prestigewein ordern wollen? Zunehmend kommt Aglianico auf den Tisch - eine Traube, die sich in Deutschland noch keiner sonderlich großen Beliebtheit erfreut. Um etwas gegen diesen Mißstand zu unternehmen, stellt Joachim Rieth-Vogt seine letzte Weinprobe in diesem Jahr unter das Motto "Unbekannte Italiener". Wie üblich treten in vier Runden jeweils drei Weine gegeneinander an.

Am Ende schafft es der Biowein Pezza La Corte auf den ersten Platz, ein Aglianico aus dem Hause Ocone. Er ist kräftig und würzig, sollte aber noch gut 3-4 Jahre gelagert werden. Die zehn Teilnehmer der Verkostungsrunde suchen verzweifelt nach den richtigen Worten für ihr fachliches Urteil, doch nur Frank gelingt eine analytisch saubere Würdigung des feinen Tropfens: "Jabba-dabba-hei".

Donnerstag, 28. Dezember 2006

Musik mobil

Der Weihnachtsmann hat geheime Wünsche erkannt und mir in diesem Jahr einen schicken iPod nano unter den Baum gelegt. Wie von Apple nicht anders zu erwarten, orientiert sich das Gerät an allerhöchster Benutzerfreundlichkeit. Alles ist so unerhört einfach zu bedienen, daß es mir erst nach mehreren Anläufen gelingt, Musik aufzuspielen. Grund: Man kann natürlich nicht einfach so Musikdateien auf den iPod kopieren (das wäre für Apple wohl zu profan), sondern muß dazu die ansonsten vollkommen überflüssige Software iTunes (35 MB) installieren. Nachdem diese Hürde aber genommen ist, macht der iPod wirklich Spaß.

Im Zug von Alfeld nach Karlsruhe probiere ich ihn erstmalig im Feld aus und bin sehr angetan. Der einzige Wermutstropfen sind die ständigen Durchsagen vor und nach jedem Halt, in denen die Deutsche Bahn ihren Fahrgästen unangenehmerweise eine angenehme Fahrt wünscht. Da kann der Schalldruck des iPods natürlich nicht mithalten.

Montag, 25. Dezember 2006

Weihnachtsspielerei

Ganz ohne böse Vorahnungen habe ich meinen Eltern in diesem Jahr das schöne Spiel Thurn und Taxis geschenkt. Doch schon während der ersten Partie ziehen dunkle Wolken auf. Meine raffinierte Strategie funktioniert nicht so, wie sie soll - was ich natürlich ausschließlich auf mein Kartenpech schiebe. Am Ende spielt uns meine Mutter alle an die Wand und erringt einen grandiosen Sieg.

Solche Situationen finde ich als Vielspieler ja überaus unerfreulich. Wenn man einem Seltenspieler mit Müh' und Not ein neues Spiel beibringt, sollte dieser wenigstens genug Anstand haben und ordentlich verlieren. Aber gleich im allerersten Spiel gewinnen? Und dann noch gegen einen Spielexperten wie mich? Nein, nein, so geht es nicht. Bei der Erziehung meiner Eltern muß ich künftig wohl auf mehr Strenge setzen.

Freitag, 22. Dezember 2006

Eins und eins

Neuigkeiten von NULL! Ganz verschämt teilt man mir mit, daß ich voraussichtlich schon am 2. Januar 2007 meinen neuen DSL-Anschluß erhalte. Ich kann es kaum glauben: Das wären dann ja nur knapp 6 Wochen Verspätung! Sofort fallen mir einige alberne Sprichwortvariationen ein:

  • Noch ist nicht aller Verspätungen Abend
  • Wer anderen verspätet eine Grube gräbt, fällt trotzdem hinein
  • Ich seh die Bestellung vor lauter Verspätung nicht
  • Trau schau wem denn sonst!
  • Wo ein Kundenwille ist, ist leider kein Weg
  • Wer einmal bestellt, dem glaubt man nicht
  • usw. usf.
Mehr zum Thema am 2. Januar!

Donnerstag, 21. Dezember 2006

Suppenstube

Geli und ich treffen uns zur Jahresabschlußsuppe in der Tasse mit Pfiff. Normalerweise kennt Frau Polzer ja vor allem zwei Gemütszustände: a) Sie grummelt ein bißchen, weil gerade so viel zu tun ist. b) Sie grummelt ein bißchen, weil gerade so wenig zu tun ist. Heute ist sie aber ausnahmslos gut gelaunt und freut sich, weil sie sich zwischen den Jahren ein paar Tage Urlaub gönnt. Die Entspannung hat sie sich redlich verdient.

Später enthüllt Google, daß sie inzwischen sogar eine eigene Webseite hat. Plant da jemand die Suppenweltherrschaft?

Dienstag, 19. Dezember 2006

Glüh im Glanze dieses Glückes

Lange Zeit dachte ich, daß man über die Filiale der Dresdner Bank am Karlsruher Marktplatz nicht besonders viel erzählen könnte. In dem Laden arbeitet der unfreundlichste Bankberater der Stadt, na gut - aber sonst? Vor kurzem ist mir nun aufgefallen, daß sich trotz allem etwas Gutes über die Filiale sagen läßt: In der Weihnachtszeit steht direkt nebenan nämlich einer der nettesten Glühweinstände des Karlsruher Weihnachtsmarktes.

Zumindest dachte ich das. In diesem Jahr schleppt uns Lena zu Willi's Glühweinbude (sic!) in der Lammstraße und belehrt uns eines Besseren. Tatsächlich ist der Glühwein dort etwas kräftiger, außerdem stammt Willi offenbar aus der Pfalz. Die Bude bei der Dresdner Bank hingegen kommt aus "7500 Pforzheim", wie ein halbantiquarisches Schild auf der hinteren Wand der Welt mitteilt. Lena schätzt an Willis Bude allerdings nicht nur den Wein, sondern vor allem den Holzboden - die heutigen Studenten bekommen ja schnell kalte Füße.

Nach drei Runden sind wir alle aufgeglüht und beschließen, uns auf den Heimweg zu machen. Günther ist allerdings kulturbeflissen wie immer und kündigt an, noch einen Abstecher zu unserem alten Freund Prof. Nakamura zu machen, dem interessantesten Schlägertypen der Stadt.

Sonntag, 17. Dezember 2006

Zocken bei Anja

Anja lädt zu einem vorweihnachtlichen Spielenachmittag (inkl. selbstgebackener Linzertorte) - da können Danni, Michael, Roger und ich natürlich nicht widerstehen. Wir beginnen mit dem sehr schönen Aufbauspiel Industria, bei dem man sich möglichst erfolgreich durch die Wirtschaftsgeschichte lavieren muß. Das Spiel orientiert sich mit größtmöglicher Strenge an den historischen Gegebenheiten: Um ein Pharmawerk zu bauen, benötigt man Ziegel und Eisen, für ein Halbleiterwerk Zement und Strom. Wie im richtigen Leben! Doch wir stellen keine kritischen Fragen und spielen munter drauflos. Mit einer brillanten Strategie lande ich auf einem achtbaren 4. Platz, der Sieg geht wie so oft an die Bruchsaler Spielgemeinschaft Danni/Michael.

Dann stößt Katharina hinzu, und wir entscheiden uns für einen Klassiker: Carcassonne. Dieses Spiel ist zwar thematisch im Mittelalter angesiedelt, belohnt aber durchaus Strategien des modernen Berufslebens. Zwei Taktiken sind ganz besonders erfolgversprechend: a) die anderen die eigentliche Arbeit machen lassen und dann bequem absahnen, b) potentiellen Kooperationspartnern das Blaue vom Himmel versprechen. Da sage noch einer, beim Spielen könne man nichts fürs Leben lernen ...

Hamas & Hofstadter

Die deutsche Politik ist bekanntlich für fast jeden Scherz zu haben, wenn er denn nur genug Geld kostet. Inzwischen scheint man die Vorzüge humoristischer Politikeinlagen auch im (gar nicht so) Nahen Osten erkannt zu haben. Die Wohltätigkeitsorganisation Hamas will Neuwahlen um jeden Preis verhindern - im Interesse des palästinensischen Volkes, versteht sich. Diese schöne Anekdote erinnert mich an eine Umfrage, die ich vor Jahren mal im Satiremagazin Spiegel fand: Eine Mehrheit der Befragten sprach sich gegen Volksabstimmungen aus ...

Liebe Hamas, der größte Scherzkeks des Planeten ist sicher mächtig stolz auf Euch!

Samstag, 16. Dezember 2006

Schaffe, schaffe ...

Ritterschlag auf Schwäbisch! Baden-Württemberg verleiht mir die höchste Auszeichnung, die das Ländle zu vergeben hat: Ich erhalte eine Personalnummer! Zwar nur für eine Lappalie, aber immerhin. Guido und ich haben sogar mal ausgerechnet, auf welchen Stundensatz wir insgesamt gekommen sind: etwa 5 Euro.

Freitag, 15. Dezember 2006

Paradox

Paradoxa sind ein interessantes Phänomen (hier ein gutes Nachschlagewerk zum Thema). Angenommen, es gäbe einen medizinischen Wirkstoff namens Paradoxin - in welchen Fällen würde man ihn wohl einsetzen? Wahrscheinlich nur bei Paradoxinvergiftungen ...