Mittwoch, 28. Juli 2010

Under Pressure

Also, noch mal ganz langsam für mich zum Mitdenken ... Es ist ja generell keine gute Idee, sich in großen Menschenmengen aufzuhalten. Vor allem nicht, wenn ein erheblicher Teil ihrer Mitglieder Alkohol oder Drogen zu sich genommen hat. Vollends irrsinnig wird es, wenn sich diese Menschenmenge in einen Tunnel(!) bewegt und ich trotzdem fröhlich mitmarschiere.

Wenn die Masse nun aber plötzlich panisch wird und es zu Toten und Verletzten kommt, dann tragen alle die Verantwortung dafür: der Veranstalter, die Polizei, die städtischen Behörden ... aber nicht ich und die anderen Irrsinnigen? Hallo?

Kommentare:

  1. Jaaaa... Naja. Ich teile dein Sentiment.
    Trotzdem sehe ich aber auch eine Verantwortung bei den Veranstaltern, so eine Geschichte so zu organisieren, dass solche Vorkommnisse möglichst unterbleiben.
    Soweit ich weiß, lässt sich das Verhalten von Menschenmassen relativ gut berechnen (Habe vor einer Weile mal einen sehr interessanten Artikel darüber gelesen, wie man z.B. durch das geeignete Platzieren von Säulen die Effizienz von Notausgängen dramatisch steigern kann.), und wer so eine Massenveranstaltung mit so einem mickrigen Tunnel als Zu- und Abgang plant, muss sich schon auch fragen lassen, wie er sich das vorgestellt hat.
    Ist ein Grenzbereich, aber man darf nicht vergessen, dass das einzelne Mitglied der Masse keinen nennenswerten Einfluss mehr ausüben kann, wenn die kollektive Katastrophe erst einmal angefangen hat.
    Oder so, was weiß ich? Ich war immer ein pathologischer Nonkonformist und habe Gruppenphänomene nie verstanden.

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  2. Ich habe offen gestanden auch noch keine abschließende oder auch nur irgendwie plausible Meinung zu dem Thema.

    Einerseits hast Du sicher recht: Der Einzelne hat in der Masse keinen Einfluß mehr. Anderseits kann der Einzelne anfangs durchaus entscheiden, ob er zur Masse gehören möchte. Wer jemals in einer Menschenmenge war, weiß IMHO, was das bedeuten kann.

    Sind folgende Situationen vergleichbar?

    a) Jemand baut eine Brücke und behauptet, daß sie bis zu x Personen sicher tragen kann. Die Brücke stürzt ein.
    b) Jemand lädt zu einer Veranstaltung ein und behauptet, daß sie bei bis zu x Personen sicher ist. Es kommt zu einer Massenpanik.

    Bei a) würde wohl jeder sagen, daß der Bauherr die Verantwortung trägt. Aber bei b)?

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  3. Es sind sicher keine identischen Situationen, aber ich denke schon, dass jemand, der eine Massenveranstaltung plant und dabei aktuelle Erkenntnisse über das Verhalten von Menschenmassen ignoriert, dadurch eine Verantwortung trägt. Ich weiß nicht, ob ich finde, dass das strafrechtliche Konsequenzen haben muss, aber zumindest haften sollte er wohl schon. Der Einzelne hat ja nicht nur keine Kontrolle über die Masse, in der er sich bewegt, sondern er hat auch kaum die realistische Möglichkeit, sich vorab über die Sicherheitsmaßnahmen und deren Wirksamkeit zu informieren.

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