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Samstag, 9. Mai 2009

Bei den Bauern in Bayern

CSU, das ist natürlich 100 % Bayern. Bayern ist aber nicht 100 % CSU! Diese erfreuliche Ungleichung beseitigt unsere letzte Zweifel hinsichtlich eines verlängerten Ausflugs nach Oberbayern. Also los!

Auf dem Weg nach Berchtesgaden machen wir zunächst Halt am Chiemsee. Wir haben nicht unbedingt Glück mit dem Wetter, deuten aber die regnerische Stimmung mystisch um und machen eine merkwürdige Erfahrung: Bei der märchenhaften Kulisse versteht man die Skurrilitäten von Ludwig II. viel besser!

Apropos Verständis für historische Figuren. Wenig später stehen wir auf dem Obersalzberg und begreifen mit einem Mal, wie schnell sich hoch droben im Gebirg' auch ein Hanswurst für einen Weltpolitiker halten kann. Bei dem Panorama wirken selbst absurdeste militärische Fehlentscheidungen plötzlich ganz vernünftig! Natürlich hat auch unsere sehr typische Bergpension Führerblick. Direkt nebenan können wir sogar bayerische Landfrauen bei der Arbeit beobachten, siehe Bild links oben. Am Königssee machen wir natürlich das obligatorische Klischeefoto am Malerblick und begeben uns dann auf eine Salzzeitreise ins Berchtesgadener Bergwerk. Es ist ja gar nicht selbstverständlich, daß eine steinreiche Stadt mit Salz soviel Kohle macht.

Und dann geht es auch schon wieder gen Westen - wir machen einen Abstecher zu Doris & Markus ins Starnberger Land. Seen und gesehen werden, wäre das nicht ein passender Slogan für diese bemerkenswerte Gegend? Doch wir halten uns nicht mit regionalen Werbestrategien auf, sondern befassen uns gleich mit dem Wesentlichen: einem herrlichen malzigen Doppelbock im Biergarten der Klosterbrauerei Andechs. Plötzlich stehen zwei bayerische Halbstarke am Tisch und betteln unter Alkoholeinfluß um Brot. Sind Lebensmittel unter Seehofer so knapp geworden? Doch wir kommen ja aus Baden-Württemberg und teilen christlich unsere Brezn.

Entsprechend geht es tags drauf in der Wieskirche zu. Ich lausche ergriffen einem Prediger, der ganz ernsthaft vom "christlichen deutschen Strafrecht" spricht und gegen die barbarische US-Justiz wettert. In einem Nebenraum dann die Entdeckung des Tages: eine schriftlich verfaßte Fürbitte in ländlich-elegantem Stil, daß doch mit der Schuldnerberatung alles gutgehen möge! Himmel, mit welchen Trivialitäten muß man sich als Schöpfer heutzutage eigentlich noch befassen?


Unsere Reise führt uns weiter ins mittel-alterliche Füssen, wo wir ganz begeistert vom Hohen Schloß sind. Wegen des sehr mystischen Wetters wirkt es wie die Burg eines fiesen Oberschurken. Und tatsächlich: Heute sitzt dort das Finanzamt, na also! Abends im La Perla schneide ich deutlich besser ab als Anke, meine Dorade ist wirklich fantastisch. Am nächsten Morgen versuchen wir natürlich wie die 200 Millionen Besucher vor uns, Neuschwanstein ganz einzigartig zu fotografieren - mit ungewissem Erfolg. Überhaupt, das Allgäu und die Fotografie! Die ganze Gegend besteht ja praktisch ausschließlich aus Bildmotiven, weswegen oft unterschlagen wird, daß praktisch überall auch bayerisches Aroma in der Luft liegt (Jägersauce).

Ach ja, Neuschwanstein ... König Ludwig II. verstand Schloßbau ja als kostspielige Therapie, um wenigstens einige seiner Neurosen in den Griff zu bekommen. Heute würde man ihm wohl eine Playstation spendieren, er müßte sich letztlich nicht in den Starnberger See schmeißen, und alle hätten ihre Ruhe. Allerdings müßte man dann auf die vorbildlich effizienten Fließbandführungen durch das Schloß verzichten. Wir werden der Kohorte 163 zugeordnet und sind ganz erstaunt, als wir am Ende feststellen, daß unser Führungsroboter ein Mensch aus Fleisch und Blut ist!

Unsere Reise endet ganz zivil mit drei erholsamen Tagen am Alpsee bei Immenstadt.

Donnerstag, 20. November 2008

Milch, Milch, Milch

Allmählich kommt Bewegung in die unsinnigste Subvention Europas, nämlich die Agrarbeihilfen. Die Bundesregierung wäre aber nicht die Bundesregierung, wenn sie bei den Verhandlungen nicht doch ein klares Zeichen der Unvernunft (durch-)gesetzt hätte: Deutschlands Milchfonds (300 Millionen Euro) ist nach wie erlaubt. Durch diesen kann Milch auch weiterhin von solchen Bauern produziert werden, deren Milchproduktion unwirtschaftlich ist.

Und dieser wirtschaftspolitische Irrsinn, obwohl Seehofer doch gar kein Landwirtschaftsminister mehr ist. Chapeau!



PS: Erinnert sich noch jemand an Liechtenstein? Damals gab's wegen 100 Mio. Euro mehr Riesentrara.

Mittwoch, 4. Juni 2008

Milchkundenrechnung

Das war ja klar. 88 Prozent aller Deutschen wären laut Stern-Umfrage bereit, mehr für ihre Milch auszugeben - wenn denn der Aufpreis doch bloß direkt an die Milchbauern ginge, seufz! Vielleicht haben es unsere Gutmenschen ja noch nicht mitbekommen, aber seit ewigen Zeiten gibt es Bioläden. Dort muß man ein wenig mehr für die Milch zahlen, unterstützt damit aber nachhaltige Landwirtschaft.

De facto interessieren sich deutsche Supermarktkunden jedoch nicht die Bohne dafür, wie ihre Milch erzeugt wird: Der Marktanteil für Biomilch liegt sicher weit unter 5 Prozent. Hauptsache billig! Aber die Teilnahme an Umfragen kostet ja nichts, darum kann man mit Quatschantworten prima etwas fürs gute Gewissen tun.

Und was unternimmt der Oberbauer? Seehofer ist selbstverständlich gegen Billigmilch und gibt - natürlich - den elenden gewinnorientierten Supermarktketten die Schuld an der angeblichen Misere. Aber warum können sich die europäischen Bauern nur schlecht gegen die anderen Marktteilnehmer wehren? Weil die Milchwirtschaft dank Milchquote durch Kleinbetriebe charaktisiert ist.

Wieder mal ein schönes Beispiel dafür, wie idiotische staatliche Rahmenbedingungen letztlich zu idiotischer Kapitalismuskritik führen.

Montag, 29. September 2008

Seehofer gewinnt Bayern-Wahl

Schwere Schlappe für die Sozialdemokraten bei der CSU: minus 17 Prozentpunkte, das soll ihnen erst mal einer nachmachen! Nun fragen sich natürlich alle, wie es weitergehen soll. Die Lehre aus der verlorenen Wahl kann nur lauten: Die CSU muß dem Wähler a) noch mehr Bayern und b) noch weniger wirtschaftlichen Sachverstand bieten. Es wird also alles auf Horst Seehofer als neuen Parteichef hinauslaufen.

Schön aber, daß alle Medien willig den schönen Satz von Christine Haderthauer gebracht haben: "Ein schwarzer Tag für die CSU". Schwarz und CSU ... das paßt doch eigentlich ganz gut zusammen?